3 wichtige Schritte, um ungelöste Traumen zu heilen und neue Energie gewinnen

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Was ist ein Trauma?

Unter Trauma versteht man ein überwältigendes Erlebnis, dass emotional nicht verkraftet werden kann und daher ein Einfrieren, Abspalten oder Verdrängen verursacht. Das ist ein instinktiver Vorgang der Psyche, um das Weiterleben zu ermöglichen und den Betroffenen vor einer emotionalen Überladung zu schützen.

Wie wirkt sich ein Trauma aus?

Traumen führen zu Abwehrstrategien, die sich in einschränkenden Verhaltensmustern äußern. Beispielsweise einen ausgeprägten Kontrolldrang der sich durch ständiges Denken, Analysieren und Grübeln zeigt und die betroffene Person vom fühlen abhält. Sie ist ständig im Kopf und spürt ihren Körper nicht mehr richtig. Durch das verminderte Fühlen fehlt eine wichtige Orientierungshilfe im Leben. 

Für eine erwachsenen Person sind es schwerwiegende Ereignisse, die zu einem Trauma führen. Ein Kind ist jedoch in einer sehr verletzlichen, abhängigen Situation und daher können bereits harmlosere Situationen zu einer Traumatisierung führen. Zum Beispiel kann für ein Kind der Tod eines Haustieres ein Trauma auslösen. Oder können ständige Streitereien der Eltern, die mit lauten, aggressiven Streitduellen einhergehen, für ein Kind verstörend, ängstigend und somit belastend sein. Um die überfordernde Aggression nicht fühlen zu müssen, verlässt das Kind die belastende Situation, in dem es zum Beispiel in eine Phantasie-Welt flüchtet. Es lernt früh, belastende Gefühle abzuspalten, damit es die Situation einigermaßen aushält.

Wie können Traumen wirksam gelöst werden?

Allerdings ist damit ein Trauma nicht gelöst, es ist nur auf Zeit entschärft. Wenn wir später im Leben dann mit ähnlichen Situationen konfrontiert sind, kann das schlafende Trauma geweckt werden. Dies kann auch nur ein ähnlicher Reiz, wie ein Duft, ein Ton, ein Lied, ein Wort, ein Satz, ein Gesichtsausdruck oder eine bestimmte Handbewegung sein. Plötzlich tauchen Emotionen auf, die wir dann mit der Gegenwart gar nicht in Einklang bringen können und doch sind sie da. Oft spüren wir die Emotion gar nicht, da sich sofort automatisierte Abwehrstrategien in uns einschalten.

Es gibt verschiedene Abwehrstrategien, die unsere Psyche entwickelt, um die überwältigende Emotion und den Schmerz nicht ins Bewusstsein dringen zu lassen:

  • Emotionen abspalten
  • Emotionen betäuben
  • Emotionen unterdrücken
  • Nichts fühlen
  • emotional einfrieren
  • alles kontrollieren wollen
  • Belastungen mit Gleichgültigkeit hinnehmen
  • Konflikten aus dem Weg gehen
  • Anderen mit Sarkasmus begegnen
  • Andere kritisieren und abwerten
  • sich zurückziehen
  • mit Ablehnung reagieren
  • eine energetische Wand um sich aufbauen

Und viele mehr, die Psyche ist da sehr intelligent und kreativ. Wenn wir diese Abwehrstrategien durchschauen und transformieren wollen, ist es wichtig mit Respekt und Wertschätzung damit umzugehen und sie nicht als Fehlleistung anzusehen. Denn tatsächlich war es eine unglaublich intelligente Überlebensstrategie. Die Voice-Dialogue-Methode ist eine schöne Möglichkeit, diese Abwehrstrategien zu untersuchen und bis in die Tiefe zu verstehen, um dann das abgespaltene, unterdrückte Gefühl bewusst wahrnehmen zu können und liebevoll anzunehmen. Damit kann sich dann auch das Abwehrmuster entspannen, denn es wird durch die Integrationsarbeit überflüssig.

Wie können wir nun den Druck und Stress erlösen, den Traumen verursachen?

  1. Der erste Schritt ist das bewusste Wahrnehmen unserer Abwehrstrategien.
  2. Der zweite Schritt ist das Lernen, unseren Körper bewusst zu spüren und die verschiedenen Empfindungen zu erkennen. Der Körper ist das Gefäß, in dem unsere Emotionen gespeichert sind.
  3. Der dritte Schritt ist das bewusste Fühlen der abgespaltenen oder unterdrückten Emotionen.

Damit tritt Entspannung ein und sobald die verdrängten Emotionen verdaut wurden, entspannt sich der Körper und der Geist wird klar. Um wirklich möglichst viel unseres Potenzials und unsere Denkfähigkeiten voll zu nutzen, ist die Verarbeitung sowohl von individuellen als auch Transgenerations-Traumen wichtig. 

Um Traumen gut zu verarbeiten, braucht es einen sicheren Raum und eine oder mehrere Personen die den Prozess begleiten. Denn tiefe Emotionen zeigen sich oft erst, wenn es eine „Zeugin“ gibt, die zuhört und emotionale Unterstützung bietet. Bei schweren Traumen braucht es fachfrauische Begleitung, die über Methoden verfügt, die auftauchenden Emotionen rasch zum Abklingen zu bringen und den energetischen Raum sicher und stabil zu halten.  

Durch die Entlastung, die mit der Integration von Traumen einhergeht, haben wir mehr Energie zur Verfügung. Denn die Abwehrstrategien benötigen viel Energie, um die belastenden Gefühle aus dem Bewusstsein fern zu halten. Sobald dies nicht mehr notwendig ist, kann die Energie für die positive Gestaltung unseres Lebens eingesetzt werden.

Körperliche Blockaden, die sich oft in Form von Krankheitsbildern äußern, lösen sich auf und die Energie kann im Körper wieder frei fließen und den Körper mit Sauerstoff versorgen. Viele Krankheiten verbessern sich dadurch rasch, da die zugrunde liegenden ungelösten, seelischen Konflikte einer Lösung zugeführt wurden.

Beziehungen blühen auf, da Abwehrstrategien andere Menschen auf Distanz halten und das Auflösen der Abwehr mehr Nähe und Verbundenheit in Beziehungen möglich macht. Es lösen sich häufig wiederkehrende Konfliktmuster, da das zugrunde liegende Trauma verarbeitet wurde und daher keine Störfeuer in Beziehungen mehr verursacht.

Die Kommunikation mit anderen verbessert sich, wir können gelassener und friedlicher auf andere Perspektiven oder Verhaltensweisen reagieren, wenn diese in uns keinen Stress mehr verursachen. Wir lernen, uns abzugrenzen und neutral und freundlich zu bleiben. Wir bleiben immer mehr in der Gegenwart und können die Schwächen anderer besser tolerieren, ohne in Reaktionsmuster zu verfallen.

Aber das Lösen und Integrieren von persönlichen, individuellen Traumen hat noch einen weiteren Vorteil. Denn wir Menschen sind über ein kollektives Nervensystem verbunden. Wenn wir unsere Hausarbeit erledigen und unseren Körper und unser Nervensystem von traumatischen Altlasten befreien, tragen wir dadurch auch zur Verarbeitung von kollektiven Traumen und zur Entlastung des kollektiven Nervensystems bei. Denn wir leben in einer traumatisierten Gesellschaft, die durch kollektive Traumen wie beispielsweise Holocaust, Patriarchat, Rassismus und diktatorische Regime verursacht wurden und menschliches Verhalten, den Umgang mit dem anderen, negativ beeinflussen.

Die Kumulation von Traumen führt zu Überforderung. Wenn zu den frühen Traumen aus der Kindheit, Altlasten aus den Transgenerationstraumen und kollektiven Traumen, Belastungen durch aktuelle Krisen wie die Pandemie oder ein Krieg dazu kommen, können die Fähigkeiten zur Selbstregulation zusammenbrechen und zu Burnout, Depression und auch körperlichen Erkrankungen führen.

Traumen haben die Eigenschaft, sich zu wiederholen, solange, bis sie verarbeitet und gelöst werden. Dies gilt sowohl für die individuelle persönliche Erfahrung, als auch für die kollektive Ebene. Daher wäre es für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft zu mehr Frieden, Toleranz, Menschlichkeit und Demokratie und die kreative Lösung von Herausforderungen der Gegenwart, unbedingt notwendig sowohl individuelle Traumen und dadurch auch kollektive Traumen zu verarbeitet und damit den Spielraum für neue Wege zu öffnen.